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Der Kiwi

Kiwi

Kiwi

Der Kiwi ist ein wahrhaftig seltsamer Vogel. Er kann nicht fliegen, da er keine richtigen Federn sondern nur ein pelzähnliches  Federkleid besitzt; ebensowenig besitzt er Flügel oder den für Vögel üblichen Schwanz. Er bewohnt Bodenhöhlen, hohle Bäume oder Felsspalten und ist in der Nacht aktiv. Dann durchstreift er den Wald auf der Suche nach Schnecken, Würmern, Larven und anderen Insekten. Dabei benutzt er seinen langen Schnabel mit seinem gut ausgeprägtem Geruchsorgan zum Aufspüren der Beute. Gelegentlich hört man dabei ein Geräusch ähnlich einem Niesen, dann bläst der Kiwi Erde aus seinen Nasenlöchern am Ende des Schnabels. Sein Schabel und seine Tastborsten sind tastsensibel, um sich trotz seines schlechten Sehvermögens im Dunkeln orientieren zu können. Der Ruf der Kiwis gab den Vögeln ihren Namen, da er sich ähnlich anhört. Es gibt drei Arten von Kiwis, den Streifenkiwi mit drei Unterarten, den Haastkiwi sowie den Zwergkiwi.

 

 

Die Maori haben eine Schöne Legende darüber wie der Kiwi seine Flügel verlor, die ich hier einmal aus dem englischen übersetzt habe:

Wie der Kiwi seine Flügel verlor

Ein Tages, ging Tanemahuta – der Gott des Waldes und der Bäume – durch den Wald.
Er schaute nach oben und betrachtete seine Kinder die Bäume, die zum Himmel wuchsen und er bemerkte, daß sie begannen krank zu werden, da Käfer sie fraßen.

Er sprach mit seinem Bruder, Tanehokahoka – dem Gott der Vögel -, der alle seine Kinder die Vögel der Luft zusammenrief.

Tanemahuta sprach zu ihnen.

„Etwas frißt meine Kinder, die Bäume. Ich benötige einen von Euch, der vom Dach des Waldes zu mir auf die Erde kommt , damit meine Kinder gerettet werden können, und Eure Heimat gerettet werden kann. Wer von Euch ist bereit zu kommen?“

Alles war ruhig und nicht ein Vogel sprach.

Tanehokahoka drehte sich zum Tui.

„Tui, willst Du vom Dach des Waldes zu mir kommen?“

Tui sah nach oben in die Baumkrone und sah die Sonne, durch die Blätter funkeln.
Der Tui betrachtete danach unten den Waldboden und sah die kalte, dunkle Masse
und schauderte.

„Tanehokahoka, es ist so dunkel und ich habe Angst vor der Dunkelheit.“

Tanehokahoka drehte sich zum Pukeko.

„Pukeko, willst Du vom Dach des Waldes zu mir kommen?“

Pukeko betrachtete unten dem Waldboden und sah die kalte, feuchte Masse und schauderte.

„Kao, Tanehokahoka, für mich ist es zu feucht und ich möchte nicht, daß meine Füße naß werden.“

Alles war ruhig und nicht ein Vogel sprach.

Tanehokahoka drehte sich zum Pipiwharauroa.

„Pipiwharauroa, willst Du vom Dach des Waldes zu mir kommen?“

Pipiwharauroa sah nach oben in die Baumkrone und sah die Sonne, durch die Blätter scheinen. Pipiwharauroa schaute umher und sah seine Familie.

„Tanehokahoka, ich bin im Augenblick beschäftigt, ich muß mein Nest bauen.“

Alles waren ruhig und nicht eine Vogel sprach. Und die Traurigkeit im Inneren von Tanehokahoka war groß, denn er wußte, wenn nicht eins seiner Kinder vom Blätterdach auf den Erdboden kam, würde nicht nur sein Bruder seine Kinder verlieren, auch die Vögel würden kein zu Hause mehr haben.

Tanehokahoka drehte sich zum Kiwi.

„Kiwi, kommst Du herunter vom Blätterdach?“

Der Kiwi sah nach oben zu den Baumkronen und sah die Sonne, durch die Blätter scheinen. Dann schaute der Kiwi zu seiner Familie. Er betrachtete auch die kalte feuchte Masse des Erdbodens. Sich noch einmal umschauend, wendete sich er an Tanehokahoka und sagte,

„Ich werde kommen!“

Die Freude im Inneren von Tanehokahoka und  Tanemahuta war groß, denn dieser kleine Vogel gab ihnen Hoffnung. Aber Tanemahuta glaubte, daß er den Kiwi warnen sollte, vor dem was geschehen würde.

„Kiwi, wenn Du dies tust bedenke: Dir werden dicke starke Beine wachsen müssen, damit Sie den Boden zerreißen können, und Deine schönen farbigen Federn und Flügel wirst Du verlieren, damit Du nie wieder zum Dach des Waldes zurückkehren kannst. Du wirst nie wieder das Tageslicht sehen.“

Alles war ruhig und nicht ein Vogel sprach.

„Kiwi, kommst Du herunter vom Blätterdach?“

Der Kiwi sah sich ein letztes Mal die Sonne an, die durch die Blätter fiel und sagte ihr ein leises Lebewohl. Der Kiwi sah ein letztes Mal zu den anderen Vögeln und sagte ihren Flügeln und ihren farbigen Federn ein leises Lebewohl. Sich noch einmal umschauend, wendete sich er an Tanehokahoka und sagte,

„Ich werde.“

Da drehte sich Tanehokahoka zu den anderen Vögeln und sagte,

„Tui, weil Du zu ängstlich warst, vom Blätterdach zu kommen, sollst Du ab sofort zwei weißen Federn an Deiner Kehle tragen, als Zeichen dafür, daß Du ein Feigling bist.

Pukeko, weil Du Dir Deine Füße nicht naß machen wolltest, sollst Du von nun an
für immer im Sumpf leben.

Pipiwharauroa, weil Du damit zu beschäftigt warst Dir ein Nest zu bauen, sollst Du Dir nie wieder ein eigenes Nest bauen, sondern Deine Eier in fremde Nester legen.

Aber Du Kiwi, wegen Deines großen Opfers, sollst Du der weithin bekannteste und am meisten geliebte Vogel von allen sein.“