Flora & Fauna

Die neuseeländische Flora ist eine Besonderheit in der Welt, da sie aufgrund jahrmillionenlanger Isolierung zahlreiche endimische Arten hervorgebracht hat, also Arten, die nur dort vertreten sind. Dazu gehören praktisch alle Waldbäume der natürlichen Vegetation, über 80% der Blütenpflanzen und 95% der Pflanzen in den Hochgebirgsregionen.

Besonders charakteristisch für Neuseeland sind die Farne, die mit etwa 150 Arten vertreten sind, von denen ca. 1/3 als endemisch gelten. Die größten Arten können bis zu 15 m hoch werden, einen Stammdurchmesser von 60 cm errreichen, und bis zu 5 m lange Wedel ausbilden.
Da es keinen starken jahreszeitlichen Wechsel gibt, ändert sich das Aussehen der Flora im Laufe des Jahres nur wenig.
Ungewöhnlich sind die Großwuchsformen von Pflanzen, die in Europa nur vergleichsweise klein vorkommen.
Bedingt durch das milde Klima finden sich nur wenige einjährige Arten.
Erstaunlich ist auch die floristische Vielfalt. Auf engstem Raum gibt es ein riesiges Spektrum an Wuchsformen.
Bedingt durch die geologischen und klimatischen Standortbedingungen kommt es zu einem ungewöhnlichen Artenreichtum.

Man kann den ursprünglichen Bewuchs grob in drei Typen einteilen:
Supalpines Buschland, Grasland und Wald.

Der dschungelartige, unterholzreiche Regenwald ist ein Koniferen-Baumfarn-Mischwald, durchsetzt von Kletter- und Schlingpflanzen, Kleinfarnen und Moosen und Flechten. Er ist meist in verschiedene „Stockwerke“ unterteilt.
Eine Unterform dieses Waldtyps ist der vor allem im Norden der Nordinsel gelegene subtropische Regenwald, den man als „Kauri-Mischwald“ bezeichnet, da die Kauri-Fichte (agathis australis), die bis zu 50 m hoch werden kann und dabei einen Stammesumfang von bis zu 15 m errreicht, der dominierende Baum ist.
Da das Holz äußerst zäh und haltbar ist, wurden große Bestände schon frühzeitig abgeholzt und z.B. zum Schiffsbau für die Engländer verwendet.
Bedeutung hat auch das fossile Baumharz der Kauris, „gum“ genannt. Es ähnelt dem Bernstein und ist ebenso wertvoll.

In höher gelegenen, klimatisch ungünstigen Regionen der Südinsel findet sich der aus wenigen Arten (nothofagus) zusammengestzte immergrüne Südbuchenwald.

Die natürliche Vegetation wurde schon früh durch die Europäer, vor allem durch Rodungen, verändert.
Heute sind große Teile Neuseelands Kulturland und teils von Erosion bedroht.
Auch gibt es in Neeseland den größten von Menschenhand angelegten Wald der Welt, der fast ausschließlich durch europäische und amerikanische Nadelhölzer wie „pinius radiata“ geprägt ist und industriell genutzt wird, z.B. zur Papiergewinnung.

Trotz allem gibt es noch viele Gebiete, die noch die natürliche Vegetation beheimaten und die geschützt sind.
Über ein 1/3 der Landesfläche Neuseelands besteht aus Nationalparks, Forest Parks oder Naturschutzgebieten, deren Nutzung streng geregelt ist.

Die lange Isolierung hat sich jedoch auch auf die Fauna ausgewirkt, ebenso wie die Ankunft der Europäer in Neuseeland. Man setzte Ziegen, Wildschweine, Kaninchen, Rotwild, Opossums und andere Arten aus, um dem Wildmangel abzuhelfen. Ebenso setzte man Forellen und Lachse aus.
Da dem Wild jegliche natürlichen Feinde fehlten, vermehrte es sich ungestört und wurde bald zur Plage, da es durch Verbiß erheblichen Schaden an der Vegetation anrichtete. Man jagte das Wild sogar vom Hubschrauber aus, um der Lage wieder Herr zu werden.

Für den Touristen interessant sind die endemischen Vogelarten, die z.T. flugunfähig sind, wie z.B. der nachtaktive Kiwi, der Wappenvogel Neuseelands. Er ist etwa hühnergroß, besitzt ein pelzartiges braunes Gefieder , einen spitzen langen Schnabel und ist der einzige Vogel der Welt ohne äußere Anzeichen von Schwanz oder Flügeln.

Ein weiterer interessanter Vogel ist der Kea-Papagei (nestor notabilis), der als einziger seiner Art im Hochgebirge lebt. Er hat die Angewohnheit, ziemlich neugierig zu sein und ist daher als „Spaßvogel“ Neuseelands bekannt.
Er stürzt sich mit Vorliebe auf alles was ihm interessant erscheint und sei es auch nur eine Mütze oder die Schnürsenkel.

Daneben gibt es große Kolonien von Seevögeln, wie Pinguinen, Kormoranen oder Tölpeln.

Für den Reisenden sei jedoch noch eine etwa eintagsfliegengroße, jedoch recht störende Tierart erwähnt, die Sandflie. Eine Fliege, die im Gegensatz zur Mücke nicht nur in der Dämmerung aktiv ist, sondern es schafft, einen den ganzen Tag über zu piesaken. Angeblich soll ein Mittel namens „Dimp“ helfen. Ich habe mir die Plagegeister, deren Stiche übrigens tagelang jucken, jedoch mit langärmeliger Kleidung vom Hals gehalten.
Ein anderes sicheres Mittel ist Regen!