Rock Shox Reverb Sattelstütze – ein erster Test

Wer kennt das nicht… längere Zeit flaches Gelände: Sattelstütze raus. Dann plötzlich ein steiler Downhill-Kurs, und jetzt? Absteigen? Sattelstütze rein, aufsteigen, weiterfahren! Ab jetzt passt sich die Sattelhöhe sekundenschnell dem jeweiligen Terrain an, egal ob es steil bergauf oder bergab geht oder auch mal längere Zeit auf einem Niveau.

Die Sattelhöhe lässt sich mit der Reverb stufenlos um 125mm verstellen. Betätigt wird die Verstellung über eine hydraulische angebundene Fernbedienung. Am Remotehebel (“Xloc Remote”) kann die Rückstellgeschwindigkeit der Stütze eingestellt werden – den Hebel gibt es für beide Lenkerseiten. Ein spezielles Dichtungssystem in der Sattelstütze mit drei Lippen soll dafür sorgen, dass die Funktion der Reverb über die Zeit nicht schlechter wird.

Die technischen Eckdaten:

Material: Aluminium 7075
Länge: 380mm
Einstellbereich: 125mm
Durchmesser: 31,6mm
Gewicht: 515g
Remotehebel-Befestigung: Matchmaker Schelle (d.h. es kann noch ein Trigger an die Schelle montiert werden)
Verstellung: Lenkerremote (mit einstellbarer Rückstellgeschwindigkeit)
Minimum Einstecktiefe: 80mm
Farbe: schwarz eloxiert

Im Lieferumfang enthalten:

  • Reverb Vario Sattelstütze
  • hydraulische Fernbedienung
  • Rock Shox Entlüftungskit
  • Matchmaker-Schelle

Das wichtigste im Lieferumfang sei gesagt ist wohl das beigelegte Entlüftungskit, denn nach dem Auspacken ging erst mal gar nix. Luft im System! Für den Preis eigentlich eine Frechheit. Also erst mal die Stütze “aufgehängt” mit dem Remote-Hebel an der höchsten Stelle und das ganze mehrere Stunden so hängen lassen. Ein bisschen mit dem Finger vor die Hydraulikleitung schnippen beschleunigt das Ganze. Wer genau wissen will, wo sich noch Luftblasen verstecken kann es auch einmal mit einer hellen Taschenlampe probieren, der Hydraulikschlauch ist im Licht durchsichtig und so können Luftbläschen schnell entdeckt werden.

Eine gute Anleitung zum Entlüften der Reverb könnt Ihr hier als PDF herunterladen.

Nach ein paar Stunden “abhängen” hatte sich alle Luft im oberen Bereich gesammelt und es ging mit Spritze und Hydralikflüssigkeit zur Sache.
Nach mehrmaligen Pumpen mit der Spitze hatte ich diverse Luftreste aus dem System geholt, bis nur noch Hydraulikflüssigkeit beim Pumpen aus dem System kam. Alles wieder zugeschraubt und gesäubert und ans Rad montiert – Befestigungsmaterial für den Schlauch ist genügend beigelegt, ist dieser zu lang kann man diesen ggf. recht einfach kürzen.
Am nächsten Tag folgte dann die erste kleine Tour auf der die Stütze Ihre Tauglichkeit beweisen konnte.

Die Verstellung über die Remote-Fernbedienung geht nun sehr leicht und effektiv, die Rückstell-Geschwindigkeit lässt sich gut einstellen und im Gelände ist das Ding wirklich praktisch. Bei kniffeligeren Stellen oder steileren Abfahren ein kurzer Druck auf die Remote und schon bewegt sich der Sattel geschmeidig nach unten – oder auch wieder nach oben. Das von vielen bemängelte Spiel der Stütze nach links/rechts bzw. vorne/hinten konnte ich bisher nicht feststellen.

Auch nach den wenigen Ausfahren möchte ich das gute Stück eigentlich nicht mehr missen, hoffen wir nur die Dichtungsringe halten was sie versprechen.

Zu guter Letzt noch ein kleines Review-Video, was die Funktionsweise der Reverb ganz gut veranschaulicht:

YouTube Preview Image

6 Gedanken zu „Rock Shox Reverb Sattelstütze – ein erster Test

  1. Holger

    Servus!

    Eine tolle Beschreibung, die Du da über die Reverb veröffentlicht hast. Zwischenzeitlich ist ja nun ein halbes Jahr vergangen – würdest Du die Reverb wieder kaufen? Haben sich irgendwelche Probleme gezeigt?

    Freue mich auf Deine Nachricht!

    Greez

    Holger

    1. Kiwi Artikelautor

      Ich kann bisher keine negativen Worte über die Reverb verlieren.
      Die Hydraulik verrichtet bisher zuverlässig ihren Dienst und das gefürchtete “Spiel” (ob seitlich oder vor und zurück) was manche in diversen Foren an der Sattelstütze beklagen kann ich bisher nicht bestätigen. Wenn die Stütze nach dem Ausritt schlammig ist wird kurz mit einem weichen feuchten Lappen der grobe Dreck von der Stütze entfernt und ab und an gibt es vor dem Ausritt einen bisschen Brunox Gabeldeo auf Dichtung und Schaft.

      Mit der Zeit bedient man das Ding ganz automatisch, ob vor Ampeln zum gemütlichen “aussitzen” der Rotphase, vor Treppen oder steilen Waldabfahrten – ich glaube mit einen Hebel unterm Sattel würde ich das Ding nicht so oft benutzen aber mit der Remote am Lenker kein Problem.

      Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesem Erfahrungsbericht etwas helfen…

  2. Bruno

    Hallo,
    wie wird die Hydraulikleitung gekürzt, muss danach wieder entlüftet werden?
    danke.

    1. Kiwi Artikelautor

      In den meisten Fällen (wenn die Leitung vorher luftfrei war) sollte es ohne weiteres Entlüften klappen. Das merkt man wenn der Remote-Hebel immer noch nach eindrücken wieder voll ausfährt. Ansonsten sollte es recht schnell gehen die Leitung nochmal zu entlüften, da die Luft ja ganz oben im Schlauch sitzt und daher schnell am Hebel abgeführt werden kann. Ein gutes “How-To”-Video (auf englisch) gibt es hier: http://www.youtube.com/watch?v=iOqhnknutbo

  3. Franz

    Hallo,
    Deine Seite ist prima. Die Entlüftungsanleitung hat mir sehr gut geholfen. Herzlichen Dank dafür!
    Dir wünsche ich eine tolle Saison ohne Sturz und ohne technische Probleme.
    Sportliche Grüße
    Franz

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